Vom 4.2. – 7.2.10 durfte ich als Juror an der Berliner Weintrophy teilnehmen. 3900 Weine wurden von rund 200 internationalen Weinkennern degustiert und bewertet. In Teams von 5-6 Personen wurden in sog. „Flights“ (Durchgängen mit 15 Weinen) nach Themen geordnet (Stillweine, trocken, weiss, rot, etc.) degustiert. Ich durfte in einem Team bestehend aus einer Deutschen, einer Rumänin, einem Libanesen und einem Italiener sitzen. Dass nicht alle Regionen und Länder gleich degustieren und bewerten, wurde schnell einmal klar. Aber nach der „Mise en bouche“, den Auftaktweinen, die wir zusammen ausführlich analysiert und diskutiert haben, ging es zügig und produktiv zur Sache. Juriert wurde nach dem 100 Punkte-Schema der OIV. Ab 82 Punkten gab es Silber, ab 85 Gold und ab 92 Punkten grosses Gold. Unser Team hatte 180 Weine zu degustieren. Wir haben 10 Silbermedaillen und 5 Goldmedaillen verteilt. Wir durften leider keine grosse Goldmedaille verteilen. Anders gesagt, wir hatten nicht das Vergnügen einen Wein, der die grosse Goldmedaille verdient hätte, zu degustieren. Dies entspricht einer Ausbeute von 8%. Vom OIV und der Leitung der Berliner Weintrophy wurden 30% prämierte Weine angestrebt. Wir haben in den 4 Tagen 71 Weissweine, 15 Roséweine und 94 Rotweine in 13 Flights (Durchgängen) degustiert. Über alles gesehen, waren die Weissen schöner als die Roten und die Roséweine lassen wir mal wo sie sind. Nicht dass die Roséweine so katastrophal waren, aber diese Weine mit einer Auszeichnung zu versehen, wäre eine Beleidigung für alle anderen Weine gewesen. Es sollen ja nur Qulitätsweine von höherer Güte prämiert werden. Bei den Roten hatte es viele schöne Weine dabei, einzig ein Wein vermochte mich so richtig zu begeistern. Vielen Weine merkte man eine Küche dahinter, es waren gemachte Weine. Nicht schlecht, aber es fehlte das gewisse etwas oder fachtechnisch ausgedrückt, die Harmonie fehlte. Die Weine waren vielfach nicht in sich kohärent, es ergab sich kein schönes Gesamtbild. Während in der Schweiz mehrheitlich schon ausgewählte, qualitativ höher stehende Weine an Prämierungen eingegeben werden, werden in Berlin Weine von allen Qualitätsstufen und Preisklassen eingereicht. So wurden sogar Weine im Tetrapack und in der Aluminumbüchse eingereicht. Diese Weine mussten zuerst noch umgefüllt werden, damit sie überhaupt degustiert werden konnten. Die Ausreisser nach unten waren in dieser Prämierung bedeutend höher, als in anderen Prämierungen, an denen ich als Juror wirken durfte. Zum Glück wird blind degustiert und wir wissen nicht, was für Weine wir vorgesetzt kriegen. Wir werden lediglich darüber informiert, ob es Stillweine, mit oder ohne Restzucker sind und man sagt uns den Jahrgang. Selber haben wir 7 Weine zur Bewertung eingereicht. Ob gereicht hat, werden wir in den nächsten Tagen erfahren. Amédée Mathier |
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